Überleben. Erleben. Weiterleben. - Nachsorge und Prävention im Mittelpunkt
- 29. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Unter diesem Leitgedanken stand der Nachsorgetag „Stark fürs Leben“, zu dem die Elterninitiative krebskranker Kinder Erlangen e. V. gemeinsam mit der Kinderonkologie des Universitätsklinikums Erlangen am Samstag einlud. Zahlreiche ehemalige Patientinnen und Patienten nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Erkenntnisse der Langzeitnachsorge zu informieren und vor allem miteinander ins Gespräch zu kommen.
Nach der Begrüßung durch Dr. med. Sonja Schuster standen bei den Vorträgen von PD Dr. med. Magdalena Balcerek, Dr. med. Anna Katharina Dietl und Dr. med. Andreas Maronna zunächst die medizinischen Aspekte der Langzeitnachsorge sowie das Thema Fertilität im Mittelpunkt.
Ein besonderer Höhepunkt des Tages war dann der Survivor-Erfahrungstalk „Next Chapter“. Ehemalige Patientinnen und Patienten berichteten offen und eindrucksvoll von ihrem persönlichen Weg nach der Erkrankung. Dabei ging es vor allem um Themen, die im medizinischen Alltag oft zu kurz kommen: der Umgang mit Ängsten, sowohl den eigenen als auch denen der Familie, psychische Langzeitfolgen und Wege, diese zu bewältigen sowie das „Recht auf Vergessenwerden“. Über eine Live-Umfrage konnten sich die Teilnehmenden aktiv einbringen, Fragen stellen und ihre Erfahrungen mit dem Plenum teilen.
„Nachsorge bedeutet weit mehr als medizinische Kontrollen. Sie bedeutet, Menschen auf ihrem weiteren Lebensweg zu begleiten und Räume zu schaffen, in denen sie sich verstanden und nicht allein fühlen“, sagte Dr. med. Sonja Schuster.
Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden in verschiedenen Workshops selbst aktiv werden. Themen wie gesunde Ernährung, Bewegung, Entspannung und kreative Stressregulation vermittelten praxisnahe Impulse für einen gesundheitsbewussten Alltag.
„Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass ich nichts erklären muss. Hier verstehen die Menschen, was diese Erkrankung auch Jahre später noch mit einem macht. Ich gehe heute mit dem Gefühl nach Hause, nicht allein zu sein“, so eine Teilnehmerin des Nachsorgetages.
Mit der Veranstaltung rückten die Organisatoren ein Thema in den Fokus, das oft zu wenig Aufmerksamkeit erhält: Die Begleitung endet nicht mit der letzten Therapie. Langfristige Nachsorge umfasst medizinische, psychologische und soziale Aspekte – und ist ein wichtiger Schlüssel für ein gutes Leben nach dem Krebs. Ganz im Sinne des Mottos: Stark für die Zukunft. Stark fürs Leben.
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